Klassenalarm

Amokalarm an Schulen

Amok-Alarmanlagen für Schulen planen und erweitern

Ob Neubau, Sanierung oder Erweiterung einer vorhandenen Brandmeldeanlage: Dieser Leitfaden erklärt elektroakustische Anlagen und Sprachalarmanlagen, nennt eine Größenordnung für die frühe Budgetplanung und führt durch das Projekt bis zur Abnahme.

Gelber Taster mit der Aufschrift Amokalarm neben einem roten Gebäudealarmtaster an einer Schulwand
Der erste Planungsentscheid

Der vorhandene Bestand bestimmt den nächsten Schritt

Wer nach einer Amok-Alarmanlage sucht, braucht selten nur einen Taster. Entscheidend ist, wie die Schule heute im Gebäude warnt, ob eine verständliche Durchsage möglich ist und welche Teile der vorhandenen Technik weiter genutzt werden können.

Sprachalarmanlage vorhanden

Amokdurchsage ergänzen

Fachplaner prüfen die vorhandene Sprachalarmanlage, die Alarmierungsbereiche und die Dokumentation. Danach lassen sich Auslösung, Durchsage, Prioritäten und Abnahme für den Amokalarm festlegen.

Lautsprecheranlage vorhanden

Bestand technisch bewerten

Vorhandene Lautsprecher sind ein guter Ausgangspunkt, belegen aber noch keine geeignete Sicherheitsfunktion. Zentrale, Leitungsnetz, Stromversorgung und Sprachverständlichkeit müssen zum geplanten Alarmweg passen.

Nur Brandmeldeanlage vorhanden

Alarmierungsweg hinzufügen

Die Brandmeldeanlage kann Steuerungen bereitstellen. Für eine verständliche Amokdurchsage braucht die Schule zusätzlich eine geeignete Lautsprecheranlage, eine getrennte Auslösung und eine abgestimmte Alarmmatrix.

Keine geeignete Anlage vorhanden

Neuplanung aufsetzen

Das Projekt beginnt mit dem Alarmierungs- und Nutzungskonzept. Erst danach werden Anlagentyp, Lautsprecherabdeckung, Auslösestellen, Leitungswege und Betrieb ausgeschrieben.

Technik richtig ausschreiben

Lautsprecheranlage, Sprachalarmanlage und Brandmeldeanlage unterscheiden

Die Begriffe werden in Angeboten oft nebeneinander verwendet, obwohl sie unterschiedliche Systeme bezeichnen. Für die Beschaffung muss klar sein, welche Anlage warnt, welche Anlage steuert und welche Anforderungen am Standort gelten.

AnlageAufgabePrüffrage für die Planung
Elektroakustische Anlage (ELA-Anlage)Überträgt Pausensignale, betriebliche Durchsagen oder andere Audiosignale über fest installierte Lautsprecher.Reichen Zentrale, Leitungen, Lautsprecher und Stromversorgung für den vorgesehenen Amokalarm aus?
Sprachalarmanlage (SAA)Ist für sicherheitsbezogene Sprachalarmierung geplant. Sie kann gespeicherte Durchsagen und Ansagen über festgelegte Alarmierungsbereiche ausgeben.Welche Sicherheitsstufe, Prioritäten, Auslösestellen und Nachweise verlangt das Konzept für den Standort?
Brandmeldeanlage (BMA)Erkennt und verarbeitet Brandmeldungen. In einem abgestimmten System kann sie im Brandfall eine Sprachalarmanlage ansteuern.Welche vorhandenen Schnittstellen dürfen genutzt werden, ohne Brandalarm und Amokalarm zu vermischen?

Verlangt das Sicherheitskonzept zusätzlich einen Notruf, eine Sprechverbindung oder eine Verbindung zu einer hilfeleistenden Stelle, kann ein Notfall- und Gefahren-Reaktions-System (NGRS) hinzukommen. Diese Aufgabe sollte getrennt von der Lautsprecherwarnung geplant werden.

Faustregel für die erste Budgetrunde

Kosten einer Amok-Alarmanlage realistisch vorplanen

Für eine neue oder umfassend erneuerte Lautsprecher- und Alarmierungsanlage lässt sich in einer frühen Haushaltsplanung mit 150 € netto je Quadratmeter Nutzfläche rechnen. Der Arbeitswert umfasst Fachplanung, Zentrale, Lautsprecher, Leitungswege, Stromversorgung, Montage, Inbetriebnahme, Prüfungen und Dokumentation.

2.500 m² Nutzfläche375.000 €2.500 m² × 150 €/m²
5.000 m² Nutzfläche750.000 €5.000 m² × 150 €/m²
8.000 m² Nutzfläche1.200.000 €8.000 m² × 150 €/m²

Die Beispiele sind keine Paketpreise. In einer Schule mit 5.000 m² führt die Faustregel zu einem Budgetansatz von 750.000 €. Ob der spätere Angebotspreis darunter oder darüber liegt, entscheidet sich vor allem an der nutzbaren Bestandsanlage und am baulichen Aufwand.

Teuer werden Bestandsprojekte häufig durch neue Leitungstrassen, Kernbohrungen, Brandschottungen, Arbeiten an Decken und Wänden, Funktionserhalt sowie die Erschließung mehrerer Gebäudeteile. Deshalb muss die Kostenermittlung diese Arbeiten neben der eigentlichen Alarmtechnik ausweisen.

Welche Ausgangslage zu welchem Kostenansatz führt
AusgangslageTypischer LeistungsumfangAnsatz für das Budget
Sprachalarmanlage mit ausreichender AbdeckungKonzept und Alarmmatrix anpassen, Amoktaster und Durchsage festlegen, Anlage programmieren, prüfen und dokumentierenStandortbezogene Nachrüstung. Der vorhandene Bestand kann einen großen Teil der Neuinstallation ersparen.
Lautsprecheranlage ohne belastbare SicherheitsnachweiseBestandsaufnahme, Messung und Prüfung von Zentrale, Leitungsnetz, Lautsprechern, Stromversorgung und AusfallverhaltenErst nach der Prüfung lässt sich entscheiden, welche Teile bleiben und welche ersetzt werden müssen.
Brandmeldeanlage ohne geeignete LautsprecheranlageGeeignete Lautsprecheranlage, Auslösestellen, Lautsprecher, Leitungen, Schnittstellen, Programmierung und AbnahmeBis der Bestand geprüft ist, sollte die Haushaltsplanung von einer weitgehenden Neuinstallation ausgehen.
Neubau oder vollständige ErneuerungFachplanung, Zentrale, Lautsprecher, Leitungswege, Stromversorgung, Montage, Inbetriebnahme, Prüfung und DokumentationFür die erste Budgetrunde mit 150 € netto je Quadratmeter Nutzfläche rechnen.

Für eine reine Nachrüstung an einer vorhandenen, geeigneten Sprachalarmanlage gibt es keine seriöse Quadratmeterpauschale. Der Preis entsteht aus Konzeptanpassung, benötigten Auslösestellen, Programmierung, Prüfungen und Dokumentation. Fehlt dagegen die Lautsprecherinfrastruktur, ist die Maßnahme wirtschaftlich näher an einer Neuinstallation.

Brandmeldeanlage als Bestand

Eine vorhandene Brandmeldeanlage kann Teil der Erweiterung werden

Die Brandmeldezentrale, vorhandene Leitungswege oder eine bereits angeschlossene Sprachalarmanlage können den Umbau erleichtern. Ob sie sich tatsächlich weiterverwenden lassen, klärt die Fachplanung anhand der Dokumentation und einer Aufnahme vor Ort.

Für den Amokalarm wird eine eigene Auslösung mit eindeutigem Taster und einer vorbereiteten Durchsage geplant. Die Alarmmatrix muss festlegen, welche Anlage welchen Vorgang startet und welche Priorität ein Brandalarm hat. Eine bloße Umprogrammierung der Brandmeldeanlage reicht nicht, wenn Lautsprecherabdeckung, Stromversorgung oder Nachweise fehlen.

Vor der Kostenschätzung prüfen
  • Aktuelles Brandmelde- und Alarmierungskonzept sowie Sprachalarmkonzept
  • Hersteller, Alter, Ausbaureserven und Dokumentation der Zentralen
  • Alarmierungsbereiche, Lautsprecherabdeckung und Sprachverständlichkeit
  • Leitungsnetz, Stromversorgung, Funktionserhalt und Störungsüberwachung
  • Standorte und Schutz der Amoktaster sowie Vertretungsregelungen
  • Programmierung, Abnahme, Einweisung und laufende Wartung
Beschaffung und Einführung

Vom Bestandscheck bis zur Abnahme

Bei einer neuen oder erweiterten Lautsprecheranlage beginnt die Beschaffung nicht mit einzelnen Geräten, sondern mit der Fachplanung. Sind Konzept, Bestand und Nebenarbeiten vor der Ausschreibung erfasst, lassen sich Angebote besser vergleichen und spätere Nachträge begrenzen.

  1. 01

    Aufgabe und Bestand klären

    Schule, Schulträger und Fachplanung halten fest, welche Gebäude und Außenstellen einzubeziehen sind, welche Anlagen bereits existieren und welche Unterlagen oder Prüfberichte vorliegen.

  2. 02

    Alarmierungskonzept erstellen

    Das Konzept beschreibt die Gefahrenlagen, Alarmierungsbereiche, Durchsagen, Auslösestellen, Prioritäten, Notrufwege und Zuständigkeiten. Bei Brandmelde- und Sprachalarmanlagen dient es als Lastenheft für die weitere Planung.

  3. 03

    Technik planen und Kosten berechnen

    Die Fachplanung prüft den Bestand, legt die Systemarchitektur fest und erstellt eine belastbare Kostenberechnung. Bei Sanierungen gehören Leitungstrassen, Brandschottungen und Bauarbeiten ausdrücklich in diese Rechnung.

  4. 04

    Leistung ausschreiben

    Die Ausschreibung trennt Planung, Lieferung, Montage, Programmierung, Messungen, Abnahme, Dokumentation und Wartung. So bleiben Angebote vergleichbar und notwendige Nebenarbeiten werden nicht erst auf der Baustelle sichtbar.

  5. 05

    Installieren und abnehmen

    Nach Montage und Programmierung werden Auslösung, Alarmierungsbereiche, Verständlichkeit, Prioritäten, Stromversorgung und Störmeldungen geprüft. Die Abnahme bezieht sich auf das geplante Gesamtsystem, nicht nur auf einzelne Geräte.

  6. 06

    Einweisen, üben und warten

    Die Schule legt Berechtigungen und Vertretungen fest, übt den Ablauf und hält Durchsagen sowie Kontaktdaten aktuell. Wiederkehrende Prüfungen und Wartung gehören von Beginn an in die Betriebsplanung.

Zusätzlicher Weg für das Kollegium

Digitale Alarmierung ergänzt die Gebäudewarnung

Die stationäre Anlage warnt Menschen im Gebäude. Eine digitale Lösung kann parallel festgelegte Personen informieren und ihnen die vorbereiteten Aufgaben für den Vorfall anzeigen. Das hilft vor allem dort, wo eine allgemeine Durchsage allein nicht erklärt, wer den Notruf absetzt, den Gebäudealarm auslöst oder eine weitere Aufgabe übernimmt.

Klassenalarm nutzt dafür eingerichtete Smartphones, Tablets, Windows-Geräte, PCs und Smartboards. Die Schule bereitet Empfänger, Handlungsanweisungen, Rückfragen und Entwarnung vor. Gebäudealarm, Brandmeldeanlage und öffentlicher Notruf bleiben eigenständige Wege.

Klassenalarm als Ergänzung prüfen
Häufige Fragen zur Amok-Alarmanlage

Kosten, Bestand und Anlagenwahl

01
Was kostet eine Amok-Alarmanlage für eine Schule?

Für eine neue oder umfassend erneuerte Lautsprecher- und Alarmierungsanlage eignet sich 150 € netto je Quadratmeter Nutzfläche als Faustregel für die erste Budgetrunde. Bei 5.000 m² sind das 750.000 €. Der konkrete Preis entsteht aus Bestandsprüfung und Fachplanung.

02
Kann eine vorhandene Brandmeldeanlage um einen Amokalarm erweitert werden?

Ja, wenn die Fachplanung die vorhandene Technik in ein passendes Alarmierungskonzept einbindet. Eine Brandmeldeanlage allein überträgt jedoch keine verständliche Amokdurchsage. Dafür braucht die Schule eine geeignete Lautsprecheranlage, eine eigene Auslösung sowie eine abgestimmte Alarmmatrix.

03
Braucht eine Schule eine Lautsprecheranlage oder eine Sprachalarmanlage?

Das hängt von den Anforderungen des Gebäudes und des Alarmierungskonzepts ab. Eine gewöhnliche Lautsprecheranlage kann Durchsagen und Signale übertragen. Für sicherheitsbezogene Sprachalarmierung gelten höhere Anforderungen an Überwachung, Stromversorgung, Leitungsnetz, Dokumentation und Abnahme.

04
Welche Unterlagen werden vor der Ausschreibung benötigt?

Benötigt werden mindestens das Alarmierungs- beziehungsweise Sprachalarmkonzept, Gebäudepläne, Bestandsunterlagen, Prüfberichte, die gewünschte Alarmmatrix und Angaben zu den Auslösestellen. Bei einer vorhandenen Brandmelde- oder Sprachalarmanlage kommen Hersteller- und Anlagendokumentation hinzu.

05
Welche Rolle kann eine Alarm-App zusätzlich übernehmen?

Eine Alarm-App kann festgelegte Personen auf ihren eingerichteten Geräten informieren und vorbereitete Handlungsanweisungen anzeigen. Der Gebäudealarm, die Brandmeldeanlage und der öffentliche Notruf bleiben eigenständige Wege.

Digitale Ergänzung kalkulieren

Den Klassenalarm-Preis für Ihre Schule berechnen

Ist der stationäre Alarmweg geklärt, lässt sich die digitale Ergänzung getrennt kalkulieren. Einrichtungstyp und Nutzerzahl bestimmen die Lizenzstaffel.