Notfallplan: Wie Schulen Krisensituationen meistern

Notfälle und Krisen lassen sich auch im Schulalltag nicht vermeiden. Um für den Ernstfall gewappnet zu sein, braucht es einen klaren Plan für die korrekte Vorgehensweise. Was ein Notfallplan für Schulen beinhalten muss und was die Schulleitung bei der Erstellung und Pflege eines solchen Plans beachten sollte, erfahren Sie in diesem Artikel.

Notfallplan: Ein nicht verpflichtendes Dokument, aber unverzichtbar für den Schulalltag

Eines vorweg: Ein schriftlich ausgearbeiteter Notfallplan ist für Schulen in Deutschland nicht unbedingt verpflichtend notwendig. Es braucht nicht dieses eine Dokument, um eine Schule rechtssicher zu leiten. Allerdings ist der Notfallplan dennoch unverzichtbar für den Schulalltag. Das ist auf verschiedene Gründe zurückzuführen.

Zunächst einmal haben Schulen bestimmte Pflichten zu erfüllen. Der Gesetzgeber regelt die Aufsichts- und Fürsorgepflicht von Schulen gegenüber ihren Schülern und Schülerinnen. In der Praxis bedeutet das, dass Schulen einen organisierten Notfall- und Alarmplan sowie Brandschutz- und Erste-Hilfe-Regelungen vorweisen müssen, um ihrer Aufsichts- und Fürsorgepflicht in vollem Umfang nachkommen zu können.

Doch auch abseits der gesetzlichen Regelungen ist es wichtig, dass Schulen über einen Notfallplan verfügen. Er beinhaltet wichtige Handlungsanweisungen für den Notfall. Für maximale Sicherheit im Schulalltag und eine klare Regelung des Verhaltens von Lehrkräften und anderem Personal im Ernstfall ist ein Notfallplan für die Schule unverzichtbar.

Leitlinien der Bundesländer: Notfallpläne für alle Anforderungen

Wie bei so vielen Dingen gibt es auch hinsichtlich der Anforderungen an Notfallpläne regionale Unterschiede. Je nach Bundesland gibt es andere Leitlinien. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) stellt diese zur Verfügung.

Die Unterschiede reichen von Bezeichnungen über Zugänglichkeit bis hin zur Schwerpunktsetzung und dem Detaillierungsgrad der Notfallpläne. In manchen Ländern ist daher vom sogenannten „Krisenhandbuch“ die Rede, während andere von einem „Notfallordner“ sprechen. Gemeint ist jedoch ein und dasselbe.

Individualisierter Notfallplan als Grundlage für schulische Sicherheit

Auch wenn die einzelnen Bundesländer Leitlinien zur Erstellung von Notfallplänen herausgeben, ist es wichtig, dass sich jede Schulleitung ihre eigenen Gedanken zu dem Thema macht. Fakt ist, dass jede Schule individuell ist. Somit ist ein maßgeschneiderter Ansatz entscheidend.

In der Praxis gestaltet sich dies so, dass Schulleitungen ein Notfallplan-Muster zur Hand nehmen und dieses gemäß individueller Anforderungen überarbeiten können. So wird sichergestellt, dass keine notwendigen Inhalte fehlen und sie auf die jeweilige Schule angepasst sind.

Damit der Notfallplan ideal für Ihre Schule passt, gilt es, die Risiken in der Umgebung Ihrer Schule abzuklären. Das können unter anderem auch Strom-, Gas- oder Internetausfälle sein. Prüfen Sie, ob Ihre Schule darauf vorbereitet ist, und nehmen Sie die entsprechende Lösung oder Handlungsanweisung in den Notfallplan auf.

Ebenfalls lohnt es sich, mit einem Noteinsatzplanungskoordinator oder einem anderen Sicherheitsbeauftragten in Verbindung zu setzen. Experten erkennen oftmals ganz andere Risiken als man selbst. So sind Sie mit Ihrem Notfallplan für alle Eventualitäten gewappnet.

Umgang mit Notfallplänen im Schulalltag

So wird ein Notfallplan für die Schule gepflegt

Mit der einmaligen Erstellung eines Notfallplans für die Schule ist es nicht getan. Vielmehr sollte der Notfallplan als Prozess gesehen werden. Eine kontinuierliche Pflege ist essenziell, damit der Notfallplan stets seinen Zweck erfüllt. Wer darauf achtet, dass der Notfallplan für die Schule immer aktuell ist und den geltenden Anforderungen entspricht, kommt der Aufsichts- und Fürsorgepflicht in hohem Maße nach.

Was bedeutet das in der Praxis? Ein Notfallplan sollte so gestaltet sein, dass er sich einfach an Veränderungen in der Schule anpassen lässt. Wenn das Gebäude umgebaut wird, müssen die Fluchtwege aktualisiert werden. Wenn das Personal wechselt, müssen die Verantwortlichkeiten neu definiert werden. Und wenn es neue technologische Lösungen gibt, muss womöglich auch hier der Notfallplan justiert werden. Es gibt viele Beispiele, die zeigen, dass ein Notfallplan für die Schule dynamisch sein muss.

Regelmäßige Übungen als Baustein der Notfallplan-Pflege

Regelmäßige Übungen sind das A und O für die praktische Umsetzung eines Notfallplans. Ein solcher Plan ist nicht nur ein Dokument, das es für die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben braucht. Nein, vielmehr gilt er als Leitfaden für den Notfall. Damit ein Notfallplan seinen Zweck erfüllt, müssen alle Betroffenen wissen, wie sie damit umzugehen haben.

Übungen stellen sicher, dass das Wissen über die Handlungsanweisungen im Notfallplan stets vorhanden ist. Lehrkräfte und andere Verantwortliche sollten nicht erst in einem Krisenordner blättern müssen, wenn ein Brand ausbricht oder ein Amoklauf stattfindet. Sie sollten genau wissen, was in welchem Szenario zu tun ist. Übungen halten dieses Wissen aktuell und geben die nötige Selbstsicherheit, damit mit Notfällen souverän umgegangen werden kann – selbst wenn sie Lehrkräfte in Panik versetzen.

Doch nicht nur für das Personal sind regelmäßige Übungen relevant. Auch die Schüler und Schülerinnen können dadurch lernen, wie sie im Ernstfall richtig agieren. Zudem werden sie dafür sensibilisiert, dass es im Schulalltag zu Notfällen kommen kann. Die Übung eines Notfallplans soll keineswegs Angst schüren, sondern Schülern und Schülerinnen die Panik vor einer Krise nehmen. Wenn sie wissen, was auf sie zukommen kann und wie sie am besten reagieren, macht das im Ernstfall einen großen Unterschied.

Überdies zeigen Übungen genau, wo noch Handlungsbedarf besteht. Sicherheitslücken oder Fehler im Notfallplan für die Schule werden vor allem dann sichtbar, wenn es an praktische Übungen geht. In der Theorie ist dies niemals in dem Maße nachvollziehbar. Daher gelten regelmäßige Übungen als wichtiger Baustein, um den Notfallplan stets zu optimieren.

Emergency Plan Notfallplan

Notfälle im Schulalltag: Was ein Notfallplan enthalten muss

Brand, medizinische Notfälle, Amokläufe – vielfältige Krisensituationen erfordern vielfältige Lösungen

Im Schulalltag sind vielfältige Notfälle möglich. Damit die Schule ihrer Aufsichts- und Fürsorgepflicht nachkommt, ist es wichtig, all diesen verschiedenen Szenarien gerecht zu werden. Eine gute Vorbereitung ist das A und O. In der Praxis bedeutet dies, dass ein Notfallplan den verschiedenen Anforderungen entspricht.

Bei einem Brand wird beispielsweise vollkommen anders vorgegangen als bei einem Amoklauf. Und medizinische Notfälle erfordert wieder ein anderes Vorgehen. Ein Notfallplan versteht sich daher als eine Sammlung von Vorgehensweisen in verschiedenen Notsituationen.

Inhalte eines Notfallplans

Damit ein Notfallplan wirklich zur Sicherheit im Schulalltag beiträgt, muss er bestimmte Inhalte aufweisen. Dazu gehören nicht nur Handlungsanweisungen, sondern auch Kommunikationswege und Zuständigkeiten. Was ist ein Notfallplan ohne konkrete Inhalte? Damit Mitarbeitende und Lehrkräfte im Ernstfall schnell und zuverlässig tätig werden können und nicht erst lange nachdenken müssen, ehe sie handeln, sollte ein Notfallplan nicht an Details sparen.

Zu den wichtigsten Inhalten eines Notfallplans gehören:

  • Beschreibung des schulinternen Krisen- und Notfallteams
  • Aktuelle Gebäude-, Flucht- und Rettungspläne
  • Festgelegte Sammelplätze für Evakuierungen
  • Festgelegte Alarmierungswege (daher auch oft „Alarm- und Notfallplan“ genannt)
  • Standardprozeduren für verschiedene Szenarien
  • Vorgaben zur Dokumentation

Digitale Lösungen als Unterstützung des Notfallplans

Bei der Menge an Anforderungen, die ein Notfallplan für die Schule stellt, könnten sich Schulleitungen schnell überfordert fühlen. Ein Glück, dass es digitale Lösungen gibt, welche Sie bei Notsituationen sowie bei der Vorbereitung darauf unterstützen.

Apps wie Klassenalarm haben sich im Schulalltag bewährt. Sie unterstützen den Notfallplan auf unterschiedliche Weise. Im Fokus steht die zuverlässige Alarmierung aller Verantwortlichen. Mit nur einem Knopfdruck über das eigene Smartphone ist das gesamte Kollegium informiert. Wenn es hart auf hart kommt, zählt jede Sekunde – Klassenalarm hilft dabei, schnell handlungsfähig zu sein.

Gleichzeitig ermöglicht die App, verschiedene Szenarien anzulegen. So sind Sie für verschiedenste Notfälle gewappnet. Vorsicht ist besser als Nachsicht – besser ist es, für jede potenzielle Gefahrenlage ein Szenario anzulegen, als im Notfall nicht zu wissen, wie am besten agiert wird.

Notfälle in der Schule: Vor- und Nachbereitung

Während der Notfallplan die ideale Vorbereitung auf schulische Notfälle ist, dürfen Schulleitungen eines nicht vergessen: Auch die Nachbereitung spielt eine große Rolle. Sie hilft nicht nur dabei, die möglicherweise traumatischen Erfahrungen zu verarbeiten, sondern sorgt auch dafür, dass sich der Prozess bei nachfolgenden Notfällen verbessert.

Eine gründliche Aufbereitung zeigt mögliche Schwachstellen auf, damit sich der Notfallplan immer weiter optimieren lässt. Damit trägt die Notfall-Nachbereitung maßgeblich zur Sicherheit in der Schule bei.

Übrigens sollten Sie als Schulleitung schon in Ihrem Notfallplan darauf hinweisen, wie und wann die Dokumentation durchgeführt wird. Krisenteams könnten beispielsweise Protokoll führen, Notfälle müssen auf bestimmte Weise ausgewertet werden und auch der Unfall- bzw. Vorkommnisbericht sollte ausgefüllt werden.

Gerade digitale Lösungen wie Klassenalarm helfen da enorm. Dank präziser Standortangaben, klarer Kommunikationsprotokolle und der Messung von Trainings unterstützt die App nicht nur im akuten Notfall, sondern auch bei der Nachbereitung von Notfällen. Eine automatische Dokumentation erleichtert diesen Prozess.

Fazit

Ein Notfallplan ist für Schulen essenziell. Er hilft dabei, die schulische Sicherheit zu erhöhen, und bietet klare Handlungsanweisungen für den Ernstfall. Allerdings führt nur der richtige Umgang mit einem Notfallplan zum gewünschten Ergebnis. Eine kontinuierliche Pflege sowie die individuelle Anpassung an Ihre Schule sind somit essenziell. So sorgt ein schulischer Notfallplan für mehr Sicherheit von Schülern, Schülerinnen und Lehrkräften.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist der erste Schritt bei der Planung für einen Notfall?

Noch bevor ein Notfall eintritt, sollte ein Notfallplan stehen. Dieser sollte beinhalten, wie sich Betroffene zu verhalten haben, wer welche Aufgaben übernimmt und auf welche Weise ein Alarm abgesetzt wird. Daher ist es für Schulen wichtig, so schnell wie möglich einen funktionierenden Plan auf die Beine zu stellen.

Wie erstelle ich einen Notfallplan?

Die Grundlage für die Erstellung eines Notfallplans ist eine gründliche Risikoanalyse. Zudem bietet die DGUV wertvolle Leitlinien, die Sie in Betracht ziehen sollten, um einen vollständigen und umfassenden Notfallplan zu erstellen. Auch die Absprache mit Sicherheitsexperten ist zu empfehlen.

Was gehört in einen Notfallplan?

Ein Notfallplan umfasst viele Inhalte. Unter anderem sollte er die Analyse möglicher Notfallszenarien, Ablauf- und Maßnahmenpläne sowie Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten beinhalten. Auf diese Weise erhöht er die Sicherheit im Schulalltag.